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Interview mit T.S. Easton

Was hat Sie zu »Ben Fletchers total geniale Maschen« inspiriert?
Anfänglich wollte ich nur einen lustigen Tagebuch-Roman schreiben. Es gibt nicht viele witzige Bücher für Teenager mit einem männlichen Protagonisten. Die Mädchen haben Georgia Nicholson, Bridget Jones und Geek Girl und es ist eine Weile her, seit Adrian Mole 13 1/4 war. Es war mein Lektor, der vorschlug, dass Ben ein »nicht-geouteter« Stricker sein sollte. Zuerst war ich mir nicht sicher, aber je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr habe ich das Komikpotential darin erkannt. Das Buch hat sich danach sozusagen wie von selbst geschrieben.

Wie würden Sie das Buch den Lesern beschreiben?
Adrian Mole trifft Billy Elliot? Eigentlich denke ich, dass es folgender Satz ganz gut auf den Punkt bringt: »Treffen Sie Ben Fletcher: Zufallskrimineller, Lügner, Meister des Mohair.« Es ist wunderbar, wenn man die Idee eines Buches in ein paar Sätzen beschreiben kann. Im Grunde genommen, ist es das Buch über einen Jungen, der in einer Strickklasse landet, eher gegen seinen Willen, sein Talent dafür entdeckt und sich dabei ganz schön schnell in die Welt der Wolle verliebt. Natürlich würden seine Familie und Freunde das nie verstehen. Wie lange kann er also sein neues Hobby noch geheim halten …?

Stricken oder häkeln Sie auch selbst?Falls nein, würden Sie gern und wie haben Sie für die verschiedenen Richtungen und Themen recherchiert?
Ich wusste, dass Sie diese Frage stellen würden. Im Gegensatz zu Ben sage ich immer die Wahrheit, und anders als Ben bin ich der schlechteste Stricker der Welt. Ich habe es versucht. Ich habe Stricken gelernt – eins rechts, eins links – ein paar Reihen eines Schals, aber ich war grauenvoll. Wirklich, absolut grauenvoll. Ich konnte die Nadeln nicht unter Kontrolle bringen, die Maschen sind heruntergerutscht und ich konnte mir den Ablauf der Bewegungen nicht merken. Ich fürchte, ich muss zugeben, dass es mich besiegt hat. Ich will aber unbedingt Häkeln ausprobieren. Vielleicht bin ich darin besser, wer weiß … Das würde mir gefallen.
Um nochmals auf die Recherche zurückzukommen: Ich habe ein paar Freunde, die stricken, und so habe ich mich zu ein paar Strickstündchen dazugesetzt und sie mit Fragen bombardiert. Meine Frau strickt auch. Neben diesen Dingen habe ich mich noch im Internet schlau gemacht und mir Strick-Podcasts angehört.

Würden Sie gerne mehr junge Menschen und auch Jungen stricken sehen?
Definitiv. Schauen Sie sich die Vorteile an, Stricken lehrt uns Geduld. Es ist beides, entspannend und gesellig. Es ist billig und man kann so gut wie überall stricken. Eine Sache, die ich von strickenden Menschen gelernt habe, ist, dass sobald du ein Stricker bist, bist du auch im Club aufgenommen, egal wie gut du darin bist. Jeder will wissen, woran die anderen so arbeiten, welche Wolle sie verwenden, was ihre bevorzugten Nadeln sind etc. Ich finde, darin liegt etwas sehr Ursprüngliches, wenn eine Gruppe von Leuten zusammensitzt, während sie redend in ein Handwerk vertieft sind. Historisch gesehen war Stricken sogar eine männerlastige Unternehmung, somit gibt es keinen Grund, warum es bei Männern nicht auch in Zukunft wieder an Popularität gewinnen sollte. Wenn ich etwas dazu beitragen kann, Jungs zum Stricken zu ermutigen, dann werde ich sehr zufrieden sein.

Interview mit T. S. Easton

© Interview first appeared in English in Let’s Get Crafting Magazine

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