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Autorenfoto_Gudio van Genechten

Am Schreibtisch mit Guido van Genechten

Guido van Genechten ist einer unser produktivsten und vielseitigsten Illustratoren. Von ihm sind nicht nur unsere neuen Bilderbucher “Es spukt nicht unterm Bett” und die “Nicki”-Reihe, sondern auch Titel wie “Ein Tiger schnarcht in meinem Bett” und “Freunde finden ist nicht schwer”. Was auffällt: Jedes Bilderbücher hat einen anderen Malstil und unterscheidet sich von den anderen van Genechten-Bilderbüchern. Höchste Zeit also für uns, Guido van Genechten an seinem Schreibtisch zu besuchen:

Was ist Ihre bevorzugte Tageszeit, um an Ihren Büchern zu arbeiten?
Ich arbeite den ganzen Tag daran. Ideen kommen und gehen, aber man weiß nie wann, daher muss ich immer bereit sein, wenn es soweit ist.

Wie sieht Ihr Arbeitsplatz aus?
Meist sauber und aufgeräumt oder eher kreativ-chaotisch? Es ist ein großes Chaos an meinem Arbeitsplatz. Der Boden ist mit Papierschnipseln bedeckt und Farbe findet sich überall. Bücherstapel, Stifte, Pinsel, Tinte, Kleber, Radiergummis und Scheren liegen überall, wohin man auch schaut.

Haben Sie zwei verschiedene Orte, an denen Sie arbeiten: einen zum Schreiben und einen zum Zeichnen?
Nein, ich schreibe und male am selben Tisch. Ich kann sogar im Bett, auf dem Sofa, im Zug und in meinem Kopf arbeiten (das aber nur teilweise). Später benutze ich dann meinen Computer, um an meinen Texten zu arbeiten.

Da sie ja beides in einer Person sind, Autor und Illustrator – was kommt zuerst: die Illustrationen oder der Text eines neuen Projekts?
Manchmal ist es ein Wort oder eine Zeile, aber es kann genauso gut eine kleine Zeichnung oder ein Bild sein, das meine Fantasie anregt. Dann tüftele ich daran herum und sehe, wohin mich die Geschichte führt. Während ich begreife, was passiert, entsteht schon alles auf natürliche Weise, Text und Bilder gleichzeitig.

Ihre verschiedenen Bücher haben auch manchmal einen unterschiedlichen Malstil. Entwickeln Sie für jedes neue Projekt einen neuen Stil? Und wie entscheiden Sie, welcher Stil zu welchem Projekt passt?
Jede Geschichte braucht ihre eigene, darauf bezogene Gestaltung. Das Design erzählt zudem etwas über die Geschichte. Und ich mag Vielfalt, mit nur einem Stil zu arbeiten, wäre für mich unmöglich.

Was inspiriert Sie, neue Themen für Ihre Bücher zu finden?
Ich habe aufgehört darüber nachzudenken, woher meine Einfälle kommen. Es ist ein Rätsel. Und ich befürchte, wenn ich es lösen würde, wenn ich verstünde, wie es funktioniert, dass es dann aufhört.

Lassen Sie jemanden Ihre Texte oder Zeichnungen sehen, bevor Sie fertig sind?
Meine Frau ist meine beste Kritikerin: hart aber ehrlich. Und Sigrid, meine Verlegerin, wir kennen uns schon ewig (Vertrauen ist natürlich sehr wichtig).

Sprechen Sie manchmal mit Kindern oder Erwachsenen, um herauszufinden, was sie interessiert oder wie ihnen Ihre Bücher gefallen?
In der Vergangenheit habe ich viele Kindergärten besucht. Dort habe ich so viel über Bilderbücher gelernt, was funktioniert und was nicht. Einmal habe ich eine meiner Geschichten ein paar Kindergartenkindern vorgelesen. Sie haben alle ganz aufmerksam zugehört, bis hinter mir am Fenster eine Katze vorbeilief. Die ganze Gruppe stürmte zum Fenster! Eine harte, aber weise Lektion; die Katze war interessanter als meine Geschichte. (Nun da ich eine eigene Katze habe, weiß ich – das Original ist einfach unschlagbar.)

 

Schaut auch mal auf seiner Homepage vorbei: http://www.guidovangenechten.be/

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